Seebrücke Ostseeheilbad Zingst, pixabay_Wheattree
Wer an Fischland-Darß-Zingst denkt, sieht weite Strände, Dünen, Wind und Horizont. Und fast immer gehört ein Bild dazu - eine Seebrücke, die sich wie ein Steg ins Meer schiebt.
Für uns ist sie jedes Mal der eigentliche Beginn des Urlaubs.
Nicht das Ankommen im Haus.
Nicht das Auspacken.
Sondern dieser erste Weg hinaus aufs Wasser.
Ankommen. Durchatmen. Meer sehen.
Oft stellen wir die Taschen nur kurz ab, ziehen noch einmal die Jacke über und gehen los. Richtung Strand. Richtung Seebrücke. Schritt für Schritt. Mit Freude auf den sich weitenden Blick und den stärker werdenden Wind. Dann plötzlich ist es da das Gefühl: wir sind da, jetzt beginnt unsere Meerzeit.
Ganz vorne, am Ende der Brücke, passiert oft etwas Faszinierendes, die Gespräche werden ruhiger, man schaut weiter, man atmet tiefer, man spürt, wie der Alltag kleiner wird. Und während wir dort stehen, wirkt alles selbstverständlich. Als hätten diese Seebrücken schon immer hierher gehört.
Doch das stimmt nicht.
Seebrücke Wustrow, shutterstock_ricok
Von der Anlegestelle zum Wahrzeichen
Seebrücken entstanden im 19. Jahrhundert aus einem ganz praktischen Grund.
Die Ostseeküste ist flach und damit konnten größere Schiffe nicht direkt anlanden. Dampfer ankerten weiter draußen, und lange Holzstege ermöglichten es den Gästen, trockenen Fußes an Land zu gelangen.
Was als funktionale Lösung begann, entwickelte sich schnell zu einem Symbol der aufstrebenden Seebäder. Eine Seebrücke stand für Modernität, für Eleganz und für das Versprechen von Erholung am Meer.
Heute haben sich ihre Funktionen gewandelt.
Seebrücken sind heute:
Sie verbinden Land und Meer und oft auch Menschen miteinander. An vielen Seebrücken entdeckt man sie irgendwann – die kleinen Schlösser, fest am Geländer angebracht. Manche glänzen neu, andere sind vom Salz und vom Wind gezeichnet. In sie sind Namen graviert, Daten, kleine Herzen oder kurze Botschaften an einen geliebten Menschen.
Für viele Paare ist es ein stilles Ritual: ein Schloss anbringen, den Schlüssel ins Meer werfen und damit ein Versprechen symbolisch festhalten. Ein Versprechen für Verbundenheit, für gemeinsame Zeit, für einen besonderen Moment am Meer.
Es sind diese kleinen Zeichen, die zeigen, dass Seebrücken nicht nur Aussichtspunkte sind. Sie werden zu Erinnerungsorten und stillen Zeugen von Geschichten.
Auf der Halbinsel begegnet man gleich drei ganz unterschiedlichen Seebrücken. Jede hat ihren eigenen Charakter und erzählt ihre eigene Geschichte.
Die Seebrücke Wustrow liegt auf dem Fischland und wirkt fast zurückhaltend.
Mit rund 240 Metern Länge ragt sie ins Meer, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Ihre klare Architektur passt zur Landschaft: weiter Strand, Dünen, Himmel.
Hier geht es ruhiger zu als in den größeren Ostseebädern. Besonders in den frühen Morgenstunden oder im Winter entsteht eine fast meditative Stimmung.
Was diese Seebrücke besonders macht:
Alljährlich am letzten Sonntag im August feiert das Ostseebad Wustrow als Attraktion zusammen mit seinen Gästen das Seebrückenfest. Aber auch andere Höhepunkte, wie das Fischländer Strandgalopprennen oder das DLRG-Strandfest, konzentrieren sich um die Seebrücke.
Seebrücke Wustrow, shutterstock_Sina_Ettmer
Die Seebrücke Zingst ist rund 270 Meter lang und das Herzstück des Ostseeheilbades Zingst.
Hier pulsiert das Leben. Veranstaltungen, Konzerte, Lichterfeste – die Brücke ist Bühne und Treffpunkt zugleich. Direkt am Strand, unterhalb der Seebrücke, entstehen im Sommer ganz besondere Abende, denn dann werden hier unter freiem Himmel lateinamerikanische und klassische Tänze angeleitet und das nicht selten mit den Füßen im Sand. Wenn die Sonne langsam im Meer versinkt, mischen sich Musik, warme Luft und das Klirren exotischer Drinks zu einer dieser leichten, unvergesslichen Ostsee-Nächte.
Ein anderes besonderes Highlight ist die Tauchgondel am Ende der Seebrücke, die Besucher unter die Wasseroberfläche bringt und Einblicke in die Unterwasserwelt der Ostsee ermöglicht.
Typisch für die Seebrücke Zingst:
Hier beginnt der Abend oft mit einem Spaziergang über die Brücke und das mit einem Eis in der Hand und Blick aufs Meer.
Tauchglocke Seebrücke Zingst, shutterstock, ricok
Die Seebrücke Prerow ist die jüngste und zugleich beeindruckendste Seebrücke auf Fischland-Darß-Zingst.
Mit rund 720 Metern Länge gehört sie zu den längsten Seebrücken an der deutschen Ostseeküste.
Schon der erste Schritt fühlt sich anders an. Die Brücke führt deutlich weiter hinaus als ihre „Schwestern“. Man geht und geht und irgendwann scheint das Land hinter einem fast zu verschwinden.
Warum wurde sie neu gebaut?
Der Bau war kein reines Tourismusprojekt.
Der alte Nothafen am Darßer Ort lag im sensiblen Bereich des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Er war ökologisch problematisch und infrastrukturell überholt.
Die neue Seebrücke in Prerow verbindet nun:
Sie ist damit nicht nur Spazierweg, sondern auch Teil einer zukunftsfähigen Küstenentwicklung.
Architektur & Wirkung
Statt nostalgischer Holzoptik zeigt sich die Brücke modern und klar. Die geschwungene Linienführung wirkt fast wie eine Bewegung im Wind.
Was besonders beeindruckt:
Ganz vorne, am Ende der 720 Meter, steht man mitten im Meer. Und plötzlich versteht man, warum dieses Bauwerk so viel Aufmerksamkeit bekommt.
Es ist nicht nur eine Brücke.
Es ist ein Statement.
Seebrücken auf Fischland-Darß-Zingst sind weit mehr als Bauwerke. Sie sind Teil der Identität dieser Region.
Ganz gleich, ob in Wustrow, Zingst oder Prerow – Seebrücken üben eine besondere Anziehungskraft aus.
Die Seebrücke Wustrow steht für Ruhe.
Die Seebrücke Zingst für Lebendigkeit.
Die neue Seebrücke Prerow für Zukunft und Weite.
Und vielleicht ist es genau dieses Zusammenspiel, das den besonderen Reiz der Seebrücken auf der Halbinsel ausmacht.
Ein Urlaub hier beginnt oft mit einem einfachen Schritt hinaus aufs Wasser.
Und manchmal endet er dort, mit einem letzten Blick zum Horizont.
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Ihre Kerstin Reetz-Schulz

Hallo, ich bin Kerstin Reetz-Schulz.
Ich bin Bookingmanagerin und Autorin des WESTSTRANDBOOKING-Blogs.
Fischland-Darß-Zingst ist für mich viel mehr als ein Arbeitsort – es ist ein Herzensort.
Seit über zehn Jahren betreue ich hier mit unserer familiengeführten Agentur WESTSTRANDBOOKING schöne Ferienunterkünfte.
In dieser Zeit habe ich nicht nur viele Gäste begleitet, sondern auch selbst jede Menge besonderer Orte entdeckt. Ob ruhige Strände, familienfreundliche Unterkünfte oder Geheimtipps rund um den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft – die Schönheit und Vielfalt dieser Region fasziniert mich immer wieder aufs Neue.
Als Familie lieben wir den Darß – die weiten Strände, das Licht, die Natur zwischen Ostsee und Bodden. In meinen Blogbeiträgen möchte ich diese Begeisterung teilen und Inspirationen geben – egal, ob Sie als Familie, mit Freunden, zu zweit oder allein unterwegs sind. Es gibt so viel zu erkunden: auf dem Darß, auf Fischland oder dem Zingst – aber auch auf der Boddenseite von Barth bis Ribnitz-Damgarten oder im stillen, ursprünglichen Recknitztal. Vieles davon haben wir selbst ausprobiert, manches steht noch auf unserer Erkundungsliste. Ich freue mich, wenn meine Tipps Ihre Vorfreude wecken – und vielleicht die eine oder andere neue Idee für Ihren Urlaub dabei ist.