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Sagen Und Geschichten Vom Darß – Wenn Es Mystisch Wird

Sagen und Geschichten vom Darß – wenn es mystisch wird

Auf einer kleinen Halbinsel wie Fischland-Darß-Zingst wurden sich natürlich seit Jahrhunderten am Abend am Feuer Geschichten erzählt. Leider sind nur wenige Sagen überliefert. Aber das liegt wohl daran, dass man sich eben Geschichten vom Darß erzählte und diese nur von Mund zu Mund überliefert wurden. Vieles geriet mit der Zeit in Vergessenheit und selbst die Alten erinnern sich nur an wenige Erzählungen. Viele dieser Mythen ranken sich um das Leben auf der Halbinsel, um die Natur, das Meer und die Menschen. Natürlich spielten vor allem die Seeräuber in vielen Sagen eine Rolle. Selbst der verwegene Klaus Störtebeker soll sein Unwesen hier getrieben haben.

Zauberei und Aberglaube auf Fischland-Darß-Zingst

Wenn an langen kalten Abenden die Ostsee stürmte, die morschen Bäume krachten und das Halbdunkel mystische Gestalten zeichnete, dann erzählte man sich einst Sagen und Geschichten von der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Heute würde Sie sicher den Fernseher anschalten, aber vor vielen Jahrzehnten gab es den noch nicht. Aberglaube hielt sich gerade auf solch kleinen Halbinsel und in nur dünn besiedelten Regionen über viele Generationen. Während anderenorts vor allem Hexen und Riesen eine Rolle in den Geschichten spielen, so sind es auf der Ostsee-Halbinsel Seeräuber sowie Männer und Frauen mit Heilkräften.

Die Entstehung von Fischland-Darß-Zingst

Einst soll der Darß samt Zingst eine Insel gewesen sein. Einst wütete ein schwerer Sturm vor vielen, vielen Jahren. Wellen peitschen ans Ufer, die Wellen sollen meterhoch gewesen sein. Da riss von der Insel Dänemark ein großes Stück ab. Der Sturm trieb das Stück Land bis nach Mecklenburg. Erst hier beruhigten sich die Winde und das Stück Land wurde an der Nordküste angeschwemmt. Es kam so günstig zum Stillstand, dass es fortan eine Landbrücke zwischen Bodden und Meer bildete und den Darß mit dem Festland verband. Man erzählt sich, dass auf diesem Stückchen Land ein Schloss gestanden hat, in dem eine wunderschöne Prinzessin wohnte. Noch vor kurzer Zeit sollten die Grundrisse des stolzen Schlosses auf den Feldern von Dierhagen zu sehen gewesen sein.

Die Schatzhüterin von Ellerbäk

Bevor die Sturmflut vom Jahr 1872 wütete, lag zwischen Zingst und Prerow eine hohe Düne. Sie wurde als Ellerbäk bezeichnet. Hier befand sich einst ein Kanal, welcher zu einer Burg im Inneren der Insel führte. In der Burg sollen Störtebeker und seine Mannen gehaust haben. Hier versteckten sie auch ihre Goldschätze. Eine geraubte Jungfrau musste die Schätze jahraus jahrein bewachen. Als die Dänen einst Störtebeker verfolgten, fanden sie die Burg. Die Jungfrau und die Schätze blieben ihnen aber verborgen. Noch heute sollten Störtebekers Schätze dort ruhen. Doch die Jungfrau und die Schätze können befreit werden, denn einmal im Jahr, in der Johannisnacht, kommt die Jungfrau mit einem Korb voll Wäsche an den Strand. Ein frommer und unverheirateter Mann kann die Jungfrau erlösen, wenn er die Worte: „Grüß Gott, liebe Jungfrau! Was schaffst du gerade?“ spricht. Dann ist die Jungfrau erlöst und der Mann bekommt alle Schätze, die Störtebeker und seine Mannschaft gehortet haben. Doch wenn er Mann die falschen Worte sagt, muss die traurige Jungfrau in ihr Gefängnis zurück.

Schiff auf Strand

Natürlich wollen auch die Darßer in den Himmel. Und so erzählt man sich, dass ein Darßer an der Himmelspforte klopfte und um Einlass bat. Petrus öffnete die Tür und fragte den Darßer, was er denn will. Der Darßer meinte, er wäre vom Darß und möchte in den Himmel. Darauf antwortete Petrus, dass er dies gern glaube, aber der Himmel sei voll. Der Darßer fragte, ob den auch Hiddenseeer dabei wären. „Natürlich“ meinte Petrus „die machen hier den meisten Krach. Ich weiß nicht, was das noch werden soll.“ Der Darßer sagte zu Petrus, er solle die Hiddenseeer doch rauswerfen. Das sei nicht so einfach, meinte Petrus. Der Darßer bot sich an, die Hiddenseeer aus dem Himmel zu werfen, wenn er dafür einen Platz im Himmel bekäme. Petrus ging auf den Handel ein und die große Himmelspforte wurde geöffnet. Der Darßer formte die Hände zu einem Sprachrohr und rief laut „Schipp up Strand! Schipp up Strand!“ Das bedeutet „Schiff auf Strand“ und zeigte an, dass ein Schiff gestrandet sei. Die Hiddenseeer sprangen wie wild auf und stürmten zum Himmelstor hinaus. Petrus schlug schnell die Himmelspforte hinter ihnen zu. Der Darßer hatte nun jede Menge Platz im Himmel und setzte sich zu Gott auf die Bank.

Fischland-Darß-Zingst – eine mystische Halbinsel voller Geschichten

Natürlich gibt es noch viele andere Sagen und Geschichten, die man sich hier auf dieser paradiesischen Halbinsel erzählt. Besonders die Wälder und Boddenufer lassen mystische Geschichten entstehen. An nebligen Abenden sind oft die Seelen der Verstorbenen, die zu Lebzeiten Unrecht getan haben, zu sehen. Im Nebel treiben sie ihr Unwesen und erschrecken die Menschen, die ihren Weg kreuzen. In den moorigen Regionen des Darßwaldes locken tödliche Irrlichter die Wanderer und bringen sie vom Weg ab.

Bei einem Ostsee Urlaub können Sie sich die vielen Sagen und Geschichten vom Darß von Einheimischen erzählen lassen.

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