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Darßer Türen: Das Bunte Wahrzeichen Der Halbinsel

Darßer Türen: Das bunte Wahrzeichen der Halbinsel

Ohne Frage: Die Halbinsel Darß hat viele Wahrzeichen. Bei einem Bummel durch Prerow, Wieck oder Born werden Ihnen aber besonders die bunten Haustüren der schmucken, reetgedeckten Häuser auffallen. Die Türen sind vor allem auf der Halbinsel Darß zu finden. Seit über zweihundert Jahren sind die faszinierenden Türen eng mit dem Darß verbunden und noch heute schmücken viele der bemalten Türen die Häuser auf der Halbinsel.

Ein Stück Geschichte auf dem Darß

Eng mit dem Aufblühen der Segelschifffahrt sind Türen verbunden. Im 18. Jahrhundert kehrte der Wohlstand auf dem Darß ein, denn die Darßer Schiffer waren geschickte Seefahrer, welche die Frachten der Händler mehr oder weniger sicher über die Nordsee und Ostsee transportierten. Sogar bis ins Mittelmeer steuerten die Seefahrer die Schiffe. Und wer Geld mit nach Hause bringt, möchte sich davon auch etwas leisten. Es entstanden stattliche Häuser mit farbenfrohen Haustüren, die ein Zeichen der erfolgreichen Seefahrt waren.

Auf ihren Reisen lernten die Seeleute viele fremde Kulturen kennen und waren schon bald mit der Mode in fernen Ländern vertraut. Viel davon brauchten sie mit in die kleine Welt des Darß. Und so geschah es, dass um 1800 vor allem der Klassizismus die Halbinsel prägte. Viele Türen zeigten Ornamente, die an die Antike angelehnt waren. Doch nicht nur die Mode prägte die Türen auf dem Darß.

Schutzsymbole für Haus und Hof

Viele Symbole, die Sie auf den Türen heute noch finden, sind Schutzsymbol für das Haus. Sie sollen böse Geister fern halten, das Haus vor Unwetter schützen und die Bewohner vor Krankheit und Verlust schützen. Auch der alles verbindende Lebensbaum, das Zeichen der Sonne und Tulpensträuße sind auf den Türen zu finden. Dabei hat jeder Ort der Region auf dem Darß seine ganz speziellen Besonderheiten. Und dabei sieht eine Tür schöner als die andere aus.

Die Farben der Türen waren vor 200 Jahren noch gänzlich anderes als heute. Einst waren die Türen vor allem im Rotbraun, Grau oder Grün gestrichen. Damals kannte man noch nicht die riesige Farbpalette, die uns heute zur Verfügung steht. Bis heute sind aus dieser Zeit keine Darßer Türen bekannt, die im Original so wunderschön bunt bemalt waren.

Ein altes Kunstwerk mit neuem Leben

Mit dem Ende der Segelschifffahrt verschwand auch die Tradition der wunderschön geschnitzten Türen. Einige bleiben zwar erhalten, aber neue Türen kamen nicht hinzu.

Im Jahr 1931 erweckte ein Handwerksbetrieb, die Kunst-Tischlerei Roloff im Ostseebad Prerow, die Darßer Türen aus dem Dornröschenschlaf. Für das Prerower Gemeindeamt sollte eine Darßer Tür her. Die Kunsttischlerei fertigte eine Haustür mit Blüten und Sonne und Tulpensträußen. Im Gegensatz zu den einfarbigen Türen aus dem späten 18. Jahrhundert erhielt die Tür einen bunten Anstrich. Heute ist die farbenfrohe Bemalung eng mit den Darßer Türen verbunden.

Übrigens gibt es die Kunsttischlerei noch heute. Bereits in 6. Generation werden hier Darßer Türen gefertigt. Inzwischen ist so manches Schmuckstück entstanden, was nicht nur auf dem Darß zu sehen ist. Die Türen gibt es inzwischen an vielen Häusern in Deutschland und Österreich. Allerdings sind es keine wirklichen Darßer Türen, denn was sollen die in Baden-Württemberg oder Bayern? Für andere Regionen wurden auch andere Motive entwickelt. Allerdings müssen Sie etwas Zeit einplanen, wenn Sie auch solch eine einzigartige Tür mit nach Hause nehmen wollen. Die Herstellung der Türen braucht Zeit und ist nicht ganz einfach.

Und wo können Sie die Darßer Türen sehen?

Natürlich auf dem Darß – wo sonst? Schlendern Sie einfach mal durch die Darßer Ortschaften und halten Sie die Augen offen. Da werden Sie so manche Tür sehen. Eine kleine Sammlung der historischen Türen ist auch im Darßmuseum in Prerow zu sehen. Oder Sie fragen einfach mal in der Kunsttischlerei Roloff nach, denn die kennt sich schon seit 1832 mit der Anfertigung der Türen aus.

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