Strand in Ahrenshoop, shutterstock, Majonit
Es gibt Orte, an denen Geschichten irgendwie näher liegen. Ahrenshoop ist so ein Ort. Vielleicht liegt es am Licht über der Ostsee, an den reetgedeckten Häusern und Galerien oder an der Weite zwischen Meer und Bodden.
Im Herbst wird Ahrenshoop noch einmal ganz besonders. Die Strände werden ruhiger, das Licht weicher und die Tage laden dazu ein, es sich mit einem guten Buch gemütlich zu machen.
Vom 1. bis 4. Oktober 2026 wird das Künstlerdorf zum 25. Mal bei den Literaturtagen zum Treffpunkt für Autor:innen, Verlage und Literaturbegeisterte. Neben der Buchmesse in der Strandhalle gibt es Lesungen, Gespräche und Formate, die Literatur direkt mit der Landschaft verbinden.
Für uns ein wunderbarer Anlass für einen Urlaub an der Ostsee im Herbst, mit Meer vor der Tür und einem guten Buch im Gepäck.
Wanderweg Hohes Ufer Ahrenshoop, shutterstock, DR pics
Besonders schön beginnt das Programm mit Kristine von Soden.
Beim literarischen Abendspaziergang „Durch das blaue Märchenweltmeer“ führt die Literaturwissenschaftlerin am Donnerstagabend am Hohen Ufer entlang. Während die Ostsee vor einem liegt, liest sie Meeresgedichte und Texte unter anderem von Rainer Maria Rilke, Rose Ausländer, Erich Kästner, Marie Luise Kaschnitz, Günter Grass und Joachim Ringelnatz.
Kristine von Soden ist dabei weit mehr als eine klassische Vorlesende. Die gebürtige Hamburgerin lebt heute in Schwerin, war als Feature-Autorin für NDR und Deutschlandfunk tätig und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Literatur, Biografien und den Geschichten hinter historischen Orten. Die Ostseeküste begleitet sie bereits seit ihrer Kindheit und Ahrenshoop wurde nach der Wiedervereinigung zu einem ganz persönlichen Ankerplatz. Seit Jahren bietet sie hier außerdem literarische Spaziergänge und Schreibworkshops an.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum ihre Veranstaltungen in Ahrenshoop so besonders wirken. Sie kennt den Ort nicht nur aus Büchern, sondern ist tief mit seiner Kunst- und Literaturgeschichte verbunden. In ihren Spaziergängen verbindet sie Landschaft, persönliche Geschichten und literarische Texte zu einem ganz eigenen Blick auf Fischland und Darß.
So wird aus der klassischen Lesung ein Spaziergang, bei dem Landschaft und Literatur miteinander verschmelzen. Der Wind, das Meer, der weite Horizont und dazu Texte über die Sehnsucht nach dem Meer – schöner lässt sich ein Herbstabend in Ahrenshoop kaum denken.
Am nächsten Tag kann man Kristine von Soden gleich noch einmal erleben.
Unter dem Titel „Ich freue mich, dass der Mond am Himmel steht“ widmet sie der Dichterin Mascha Kaléko eine literarische Hommage.
Kalékos Gedichte sind gleichzeitig leicht und melancholisch, humorvoll und tiefgründig. Sie handeln von Liebe, Sehnsucht, Einsamkeit und dem Leben in bewegten Zeiten. Ihre eigene Biografie war geprägt von Emigration und Heimatlosigkeit und vielleicht erklärt gerade das die besondere Nähe, die viele ihrer Gedichte bis heute ausstrahlen.
Kristine von Soden nimmt ihr Publikum mit in das Leben dieser außergewöhnlichen Dichterin und lässt ihre unverwechselbaren Verse lebendig werden.
Ein Abend für alle, die Lyrik lieben. Und vielleicht gerade auch für diejenigen, die schon lange kein Gedicht mehr gelesen haben.
Am Freitagabend wird es moderner und mitten aus dem Leben gegriffen.
Eva Lohmann liest aus ihrem Roman „Etwas Leichtes“ über Leo, 42, frisch geschieden und fest entschlossen, es nach einer langen Beziehung erst einmal etwas leichter angehen zu lassen.
Dating, neue Begegnungen und die Suche nach Freiheit führen allerdings schnell zu den großen Fragen: Was wollen wir eigentlich von Beziehungen? Wie soll unser Leben aussehen? Und wann fühlt sich Freiheit wirklich frei an?
Lohmann erzählt davon mit Feingefühl und Humor. Vermutlich entstehen einige Momente, in denen man sich selbst oder seine eigenen Gedanken wiedererkennt.
Danach durch die dunklen Straßen Ahrenshoops zurück zur Ferienwohnung direkt in Ahrenshoop, vielleicht noch ein Glas Wein und ein paar Seiten im eigenen Buch. Für uns klingt das ziemlich perfekt nach Urlaub an der Ostsee in gemütlicher Ferienwohnung.
shutterstock, DFLC Multmedia Designer
Am Samstag wird Ahrenshoop selbst zur literarischen Hauptfigur.
In „TANGO NOCTURNES – Ahrenshooper Gedichte“ nimmt Henry Günther den Ort mit seinen ganz eigenen Stimmungen in den Blick. Seine Gedichte treffen auf expressive Tango-Zeichnungen des Künstlers Helge Leiberg.
Meer, Abendlicht und Melancholie verbinden sich zu einem Künstlerbuch, das Ahrenshoop nicht einfach beschreibt, sondern eine ganz eigene Atmosphäre entstehen lässt.
Man denkt an Wind in den Dünengräsern, an das letzte Licht über der Ostsee und an die besondere Ruhe, die sich über den Ort legt, wenn der Tag langsam zu Ende geht.
Ein Programmpunkt für alle, die Ahrenshoop nicht nur sehen, sondern fühlen möchten.
Und natürlich darf bei den Literaturtagen auch ein bisschen Spannung nicht fehlen.
Andreas Izquierdo bringt mit „Niemals geht man so ganz“ einen neuen Fall für seinen Ermittler Mads Madsen nach Ahrenshoop. Ein Todesfall, alte Freundschaften und ein Netz aus Geheimnissen führen Mads immer tiefer in die Vergangenheit seines verstorbenen Freundes.
Eine Geschichte über Freundschaft, Lügen und die Frage, wie gut wir die Menschen wirklich kennen, die uns nahestehen.
Wer mag, verbindet die Lesung mit einem Abendspaziergang. Was gibt es Schöneres, als erst Meer, Gedichte und Weite am Hohen Ufer und danach ein spannender Kriminalfall in der Fischerwiege.
Neben den Lesungen gehört natürlich auch die Buchmesse in der Strandhalle zu den Höhepunkten. Rund 15 Verlage präsentieren Literatur aus Mecklenburg-Vorpommern, von Fischland-Darß-Zingst und über Ahrenshoop. Dazu kommen besondere Künstlerbücher, Drucke, Karten und andere liebevoll gestaltete Papierarbeiten.
Und genau hier liegt für uns der besondere Reiz der Literaturtage. Man muss nicht von Veranstaltung zu Veranstaltung eilen, alles lässt sich gemütlich erlaufen.
Man kann ausschlafen. Einen Kaffee trinken. Durch Ahrenshoop spazieren. Am Strand entlanggehen. In der Buchmesse stöbern. Eine Lesung besuchen. Und zwischendurch einfach aufs Meer schauen.
Literatur und Ostsee passen vielleicht deshalb so gut zusammen, weil beides Raum für Gedanken lässt.
Die Literaturtage Ahrenshoop 2026 sind ein schöner Anlass, Ahrenshoop außerhalb der klassischen Sommersaison zu erleben.
Denn Urlaub im Herbst an der Ostsee hat seinen ganz eigenen Zauber. Dann gibt es weniger Trubel, lange Spaziergänge, klare Luft und dieses besondere nordische Licht. Nach einem Tag am Meer wartet eine Lesung, ein gutes Abendessen oder die gemütliche Ferienwohnung.
Und auch darüber hinaus lohnt sich die Küste zu jeder Jahreszeit. Wer den Darß einmal im Winter erlebt hat, weiß, wie besonders ein Ostseeurlaub auch im Winter sein kann, mit leeren Stränden, rauer See, Wind in den Dünen und eine Ruhe, die man im Sommer so kaum findet.
Ob eine Ferienwohnung in Ahrenshoop für ein literarisches Wochenende oder ein Ferienhaus in Prerow als Ausgangspunkt für lange Strandspaziergänge vom Nord- zum Weststrand, ein Aufenthalt am Meer lässt sich wunderbar mit Kunst, Kultur und kleinen Auszeiten verbinden.
Vielleicht ist das überhaupt die schönste Art, Urlaub zu machen. Ein gutes Buch im Gepäck, das Meer vor der Tür und ein paar Tage Zeit.
Bei WESTSTRANDBOOKING findet ihr besondere Ferienhäuser und Ferienwohnungen auf Fischland-Darß-Zingst. Ganz gleich ob für einen Herbstaufenthalt zwischen Büchern, Kunst und Ostseeluft oder für eine ruhige Auszeit am Meer, wenn die Küste im Winter ganz bei sich ist.
Ihre Kerstin Reetz-Schulz

Hallo, ich bin Kerstin Reetz-Schulz.
Ich bin Bookingmanagerin und Autorin des WESTSTRANDBOOKING-Blogs.
Fischland-Darß-Zingst ist für mich viel mehr als ein Arbeitsort – es ist ein Herzensort.
Seit über zehn Jahren betreue ich hier mit unserer familiengeführten Agentur WESTSTRANDBOOKING schöne Ferienunterkünfte.
In dieser Zeit habe ich nicht nur viele Gäste begleitet, sondern auch selbst jede Menge besonderer Orte entdeckt. Ob ruhige Strände, familienfreundliche Unterkünfte oder Geheimtipps rund um den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft – die Schönheit und Vielfalt dieser Region fasziniert mich immer wieder aufs Neue.
Als Familie lieben wir den Darß – die weiten Strände, das Licht, die Natur zwischen Ostsee und Bodden. In meinen Blogbeiträgen möchte ich diese Begeisterung teilen und Inspirationen geben – egal, ob Sie als Familie, mit Freunden, zu zweit oder allein unterwegs sind. Es gibt so viel zu erkunden: auf dem Darß, auf Fischland oder dem Zingst – aber auch auf der Boddenseite von Barth bis Ribnitz-Damgarten oder im stillen, ursprünglichen Recknitztal. Vieles davon haben wir selbst ausprobiert, manches steht noch auf unserer Erkundungsliste. Ich freue mich, wenn meine Tipps Ihre Vorfreude wecken – und vielleicht die eine oder andere neue Idee für Ihren Urlaub dabei ist.